Ein Weg wird seit Jahrzehnten von Personen begangen, um schneller an das gewünschte Ziel zu gelangen. Nun erhebt der Grundstückseigentümer dagegen Einspruch, da er keine fremden Menschen mehr auf seinem Grundstück spazieren gehen sehen möchte. Hat der Eigentümer damit eine Chance?

Immer wieder kommt es vor, dass man ein Recht seit Jahren ausübt, ohne zu wissen, wie dieses Recht eigentlich entstanden ist. Gerade bei Geh- und Fahrtrechten ist es nicht selten der Fall, dass diese irgendwann entstehen, ohne dass der Grundstückseigentümer dagegen Einspruch erhebt. Spätestens wenn  dieses Recht dreißig Jahre lang in gutem Glauben ausgeübt worden ist, ohne dass jemand dagegen Einspruch erhoben hat, spricht man von einem ersessenen Recht, also von einer Ersitzung. So kann es zum Beispiel auch vorkommen, dass man sich das Eigentum an einem Grundstück(steil) ersitzt, indem man  diesen über einen langen Zeitraum (30 Jahre) in gutem Glauben – in der  Meinung, man sei dazu berechtigt – benutzt hat. Die genauen Voraussetzungen sind im Einzelfall jedoch noch zu überprüfen.